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Hier soll eine Sammlung von Zitaten,
Kurzgeschichten, Gedichten, etc. entstehen.
Also wenn Sie einen
Text kennen, der berührt oder auch einfach nur "schön" ist, bitte ihn
uns mailen oder ins Gästebuch schreiben. Natürlich, falls vorhanden,
den Autor anfügen.

Beginnen
möchte ich mit Texten von Dr. Elisabeth Kübler-Ross. Sie wurde durch
ihre Forschungen über den Tod und das Sterben zur anerkannten Expertin
auf diesem Gebiet. Sie verstarb am 22.8.2004 in Arizona.
Der Tod ist ganz
einfach das Heraustreten aus dem physischen Körper,
und zwar in
gleicher Weise, wie ein Schmetterling aus seinem Kokon heraustritt.
Ich glaube, es ist
jetzt Zeit, dass die Leute wissen,
daß der Tod gar nicht
existiert, wenigsten nicht so, wie wir uns das vorstellen.
Erst wenn alle Arbeit
getan ist, wofür wir auf die Erde kamen, dürfen wir den Körper ablegen.
Er
umschließt die Seele wie die Puppe den künftigen Schmetterling.
Man kann nicht
seelisch wachsen, wenn man in einem wunderbaren Blumengarten sitzt und
sich auf einem Silbertablett das großartigste Essen servieren lässt.
Aber
man wächst, wenn man krank ist, wenn man Schmerzen hat, wenn man einen
schmerzlichen Verlust ertragen muss. Man wächst, wenn man den Schmerz
annimmt und ihn zu begreifen sucht, und zwar nicht als einen Fluch oder
als eine Bestrafung, sondern als Geschenk, um damit eine bestimmte
Aufgabe zu erfüllen.
Es mag
befremdlich klingen, aber einer der produktivsten Wege, um zur Reife zu
gelangen,
liegt in der Beschäftigung mit der Erfahrung des Todes.
Nette Zitate unbekannter Herkunft
Alles was man denken und glauben kann, ist möglich
Die Lebensspanne ist dieselbe, ob man sie lachend oder weinend verbringt
Lächle und wisse, alles ist gut so wie es ist
Manchmal sieht man mehr, wenn man die Augen schließt
Ein wahrer Freund ist der, der deine Hand nimmt, aber dein Herz berührt
Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt
Alles was passiert, passiert aus einem bestimmten Grund
Am schwersten lernt man im Leben, welche Brücken man benutzen und welche man abbrechen soll
Wer etwas haben möchte, das er noch nie hatte, wird wohl etwas tun müssen, das er noch niemals tat
vielleicht möchte Gott, dass du im Laufe deines Lebens viele falsche Menschen kennen lernst, damit du, wenn du die richtigen triffst, sie auch zu schätzen weißt und dankbar für sie bist.
Tod einer Unschuldigen (unbekannter Herkunft)
Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine
Worte. Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich
keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du
es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken,
Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.
Ich weiß, dass es
richtig war, Mami, und dass Du immer Recht hast. Die Party geht langsam
zu Ende, Mami, und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg,
Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund
Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.
Ich fuhr
langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein. Aber der andere Fahrer
sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.
Als ich
auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der
andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.
Ich
liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell. Wie konnte
mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum
ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt
sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollte
Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts
getrunken. Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht
nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich,
Mami. Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde
sterben.
Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben
ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege
hier im Sterben. Er guckt nur dumm.
Sag' meinem Bruder, dass er
nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann
im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.
Jemand
hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn
man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.
Mein Atem
wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich,
Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch
eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht
vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?
Der Engel (Hans Christian
Andersen)
Jedes Mal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein
Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das tote Kind in seine Arme,
breitet
seine großen, weißen Flügel aus und fliegt über alle jene Stätten, die
das Kind einst geliebt hat.
Dort pflückt er eine ganze Handvoll
Blumen und nimmt sie mit zum lieben Gott hinauf, damit sie im Paradies
schöner als auf der Erde blühen.
Der liebe Gott drückt alle Blumen
an sein Herz, die Blume aber, die ihm am liebsten ist, küsst er, und
dann bekommt sie eine Stimme
und kann mitjubilieren in der großen
Glückseligkeit.
Der Engel flog mit dem Kind über die Stätten
seiner Heimat, wo der Kleine gespielt hatte, und sie kamen durch Gärten
mit schönen Blumen.
Welche wollen wir nun mitnehmen und in den
Himmel verpflanzen? fragte der Engel.
Da stand ein schlanker,
edler Rosenstock, aber eine rohe Hand hatte seinen Stamm gebrochen, so
daß die Zweige,
die voll von halb aufgeblühten Rosen waren, welk
herabhingen.
"Nimm den armen Rosenstock mit, damit er oben in
Gottes Garten aufblühen kann!" sagte das Kind. Und der Engel nahm den
Rosenstock und küsste das Kind dafür, und der Kleine öffnete halb seine
Augen.
Sie pflückten nun von den vielen anderen, nahmen aber auch
das verachtete Gänseblümchen und das Stiefmütterchen mit.
"Jetzt
haben wir Blumen !" jubelte das Kind, und der Engel nickte, aber sie
flogen noch nicht hinauf zu Gott.
Es war Nacht, es war ganz still,
sie schwebten über einer schmalen Gasse in der großen Stadt, und sahen
einen Haufen Stroh, Asche, Kehricht, Scherben von einem Blumentopf.
Der
Engel zeigte auf einen Klumpen Erde, der herausgefallen war und nur
durch die Wurzeln einer großen verdorrten Feldblume
ein wenig
zusammengehalten wurde.
"Diese Blume nehmen wir mit", sagte der
Engel. "Während wir fliegen, will ich dir erzählen warum.
Dort
unten in der engen Gasse, in dem niedrigen Keller wohnte ein armer,
kranker Knabe; er musste schon als kleines Kind immer im Bett liegen;
und wenn es ihm gut ging, konnte er auf Krücken ein paar mal in der
kleinen Stube auf und ab gehen,
aber das war auch alles.
An
einigen Tagen im Sommer fielen die Sonnenstrahlen eine halbe Stunde
lang in das Kellerloch hinein; wo dann der arme, kranke Knabe saß und
sich von der Sonne bescheinen ließ und das rote Blut durch seine feinen
Finger hindurchschimmern sah,
die er vor das Gesicht hielt, dann
hieß es: "Ja, heute ist er draußen gewesen!"
Er kannte den Wald in
seinem wunderbaren Frühlingsgrün nur dadurch, daß ihm der Sohn des
Nachbarn einen Buchenzweig brachte;
den hielt er sich dann über
den Kopf und träumte, unter den Buchen zu sein, wo die Sonne schien und
die Vöglein sangen.
An einem Frühlingstag brachte ihm sein Freund
auch Feldblumen, und unter diesen war zufällig eine,
an der noch
die Wurzel hing; so wurde sie in einen Blumentopf gepflanzt und an das
Fenster dicht neben dem Bett gestellt.
Die Blume war von
glücklicher Hand gepflanzt, sie wuchs und gedieh, trieb jedes Jahr neue
Stengel und frische Blüten.
Sie war für den kranken Knaben ein
herrlicher Blumengarten, sein größter Schatz auf dieser Erde.
Er
begoss und pflegte sie und sorgte dafür, dass sie auch jeden letzten
Sonnenstrahl bekam, der durch das niedrige Fenster drang.
Die
Blume lebte in seinen Träumen, für ihn wuchs sie, blühte und
verbreitete ihren Duft; sie war seine größte Freude.
Ihr wandte er
im Tod sein kleines Antlitz zu, als der liebe Gott ihn rief. Der Knabe
ist nun schon ein Jahr bei Gott gewesen;
ein Jahr lang hat die
Blume vergessen im Fenster gestanden und ist verdorrt; deshalb wurde
sie beim Umzug mit allem Kehricht auf die Gasse geworfen. Und diese
Blume ist es, diese arme, welke Blume,
die wir mit in unseren
Strauß genommen haben; denn sie hat mehr Freude gebracht als die
kostbarste Rose im Garten einer Königin".
"Woher weißt du das
alles?" fragte das Kind, das der Engel zum Himmel hinauftrug.
"Ich
weiß es!" sagte der Engel, " ich war ja selbst der kranke, kleine
Knabe, der auf Krücken ging.
Meine Blume kenne ich wohl!" Und das
Kind öffnete seine Augen weit und schaute in das schöne, frohe Gesicht
des Engels,
und im selben Augenblick waren sie in Gottes Himmel,
wo Freude und Glückseligkeit herrschte.
Und Gott drückte das tote
Kind an sein Herz, da bekam es Flügel, und Hand in Hand flog es mit dem
Engel dahin.
Der liebe Gott drückte auch die Blumen an sein Herz,
aber die arme ,verdorrte Feldblume küsste er,
und sie bekam eine
Stimme und sang mit den Engeln, die in engeren und weiteren Kreisen um
Gottes Thron schwebten,
immer weiter fort bis ins Unendliche, aber
alle gleich glücklich.
Alle sangen sie, auch die arme, kleine
Feldblume, die verwelkt dagelegen war, hingeworfen auf den
Kehrichthaufen in der engen, düsteren Gasse.
Das Tränenkrüglein (Ludwig Bechstein)
Es waren einmal eine Mutter und ein Kind, und die Mutter hatte das Kind, ihr einziges, lieb von ganzem Herzen und konnte ohne das Kind nicht leben und nicht sein. Aber da sandte der Herr eine große Krankheit, die wütete unter den Kindern und erfasste auch jenes Kind, dass es auf sein Lager sank und zum Tod erkrankte. Drei Tage und drei Nächte wachte, weinte und betete die Mutter, die nun allein war auf der ganzen Gotteserde, ein gewaltiger und namenloser Schmerz, und sie aß nicht und trank nicht und weinte, weinte wieder drei Tage lang und drei nächte lang ohne Aufhören und rief nach ihrem Kinde. Wie sie nun so vollen tiefen Leides in der dritten Nacht saß, an der Stelle, wo ihr Kind gestorben war, tränenmüde und schmerzensmatt bis zur Ohnmacht, da ging leise die Tür auf, und die Mutter schrak zusammen, denn vor ihr stand ihr gestorbenes Kind. Das war ein seliges Engelein geworden und lächelte süß wie die Unschuld und schön wie in Verklärung. Es trug aber in seinen Händchen ein Krüglein, das war schier übervoll. Und das Kind sprach: "O lieb' Mütterlein, weine nicht mehr um mich! Siehe, in diesem Krüglein sind deine Tränen, die du um mich vergossen hast; der Engel der Trauer hat sie in diesem Gefäß gesammelt. Wenn du noch eine Träne um mich weinest, so wird das Krüglein überfließen, und ich werde dann keine Ruhe haben im Grabe und keine Seligkeit im Himmel. Darum, ob lieb' Mütterlein, weine nicht mehr um dein Kind, denn dein Kind ist wohlaufgehoben, ist glücklich, und Engel sind seine Gespielen." Damit verschwand das tote Kind und die Mutter weinte hinfort keine Träne mehr, um des Kindes Grabesruhe und Himmelsfrieden nicht zu stören.
Worte von Ricarda Gosch (14 Jahre), Kerstins Freundin in der Onko, 10 Monate vor ihrem Tod
Ich steh jetzt hier und weiß nicht weiter, wenn das alles nicht wär, dann ging das Leben doch ganz normal weiter.
Lachen und singen kann ich jetzt nicht mehr, denn schaut doch auf
mein schlechtes MR.
Ich bin traurig und habe Angst, doch ich
weiß dass du`s nicht bös mit mir meinst! Ach Gott, ach Gott, hilf mir
bitte weiter, mein ständiger Herr und Leiter, dir allein kann ich
vertrauen, auf dich allein kann ich wirklich bauen.
Hilf mir
mein Gott, in meiner großen Not. Alles Leid hast du mir genommen, darum
darf ich singen, darum darf ich hoffen!
Eine alte Seele (Herkunft unbekannt)
Es war einmal eine sehr, sehr alte Seele, die
sehr, sehr viele Menschenleben auf der Erde gelebt hatte und deren
Dasein als Seele jetzt ebenfalls fast zu Ende war, ja, bald würde sie
mit der Ewigkeit verschmelzen und ein Teil davon werden.
Im
Augenblick saß die alte Seele in der Leere zwischen ihrem letzten
Menschenleben und ihrer zukünftigen Verschmelzung und fühlte sich ein
wenig einsam. Ihre besten Freunde waren auf und davon, die alte Seele
konnte sie unten auf der Erde sehen, wie jede von ihnen einen Menschen
mit Eifer, Neugier und Staunen und den verschiedensten Gedanken
erfüllte.
Ich will dorthin, sagte die alte Seele. Ich habe immer
noch eine ordentliche Portion Freude übrig. Ich will dorthin und sie
ihnen schenken. Aber die Zeit, die dir vor der Verschmelzung bleibt,
ist so kurz, warnte der Wächter.
Natürlich kannst du ihnen Freude
schenken, aber wenn du nur so kurze Zeit bei ihnen bleibst, schenkst du
ihnen zugleich eine große Trauer, wenn du sie verlässt.
Ich weiß,
sagte die alte Seele. Aber ich will es trotzdem. Ich will ihnen so viel
Freude schenken, dass sie ihnen danach über die Trauer hinweghilft.
Dann soll es so sein, wie du es willst, sagte der Wächter und schickte
die sehr, sehr alte Seele los.
Daraufhin bekamen ein Mann und eine
Frau auf der Erde ein Kind, das sie sich schon lange gewünscht hatten.
Es war ein allerliebstes Kind, das ihnen vom Tag seiner Geburt an
Freude bereitete, jene ungetrübte Freude, die die Menschen empfinden,
wenn ihre Seelen einander begegnen und sich voller Entzücken aus der
Ewigkeit wiedererkennen. Aber bleibt dir nicht nur sehr wenig Zeit?
Flüsterte die Seele der Mutter der alten Seele in dem kleinen Mädchen
zu. Die Zeit ist kurz, aber die Freude ist groß, antwortete die sehr
alte Seele.
Und obwohl die Mutter dieses Gespräch nicht hörte,
weckte das Geflüster eine ahnungsvolle Unruhe in ihr, einen Hauch des
Wissens, dass wir nichts auf Erden besitzen, einer den anderen nicht
und nicht einmal uns selbst.
Alles wird uns schließlich genommen
werden, alles, was wir mit uns tragen, alle Lieben um uns herum,
schließlich auch unser Leben und unser Körper.
Aber das Mädchen
wuchs heran, und die Freude, die es verbreitete, war so groß, dass die
Mutter diese Gedanken vergaß. Und der Vater freute sich ebenfalls.
Ja,
die sehr alte Seele durfte ihre letzte Zeit genauso verbringen, wie sie
es sich gewünscht hatte. Aber die Zeit war kurz, auch nach menschlichem
Maß war sie kurz, und der Augenblick kam, da die Verschmelzung
stattfinden würde.
Die sehr, sehr alte Seele erhielt den Ruf, dass
sie sich unverzüglich zur Zeremonie einfinden solle, und musste
gehorchen. Für die Menschen sah es so aus, als hätte ein plötzlicher
Tod das Mädchen ereilt.
Ihre Trauer war maßlos, genau wie der
Wächter es vorhergesagt hatte. Aber da alle Erinnerungen an ihr Kind
nur Freude und nichts als Freude waren, konnten sie ihre Trauer
ertragen, genau wie die sehr alte Seele es vorhergesagt hatte. Und wo
man früher die sehr, sehr alten Seelen ihr letztes Häppchen Zeit
einfach in der Leere hatte absitzen lassen, bürgerte sich von nun an in
der Ewigkeit die Sitte ein, dass die alten Seelen zu Menschen, die sie
brauchten, geschickt wurden, um ihnen ihre letzte große Freude zu
schenken.
Die Freude gibt den Menschen die Kraft, die
anschließende Trauer, die unausweichliche Trauer zu ertragen und
allmählich in etwas Gutes zu verwandeln.
Sprüchlein von ihrer Freundin Monika, welches sie auf eine Grabkerze schrieb.
Ich habe mal gehört, dass Menschen, die immer nett sind, als Schmetterlinge wieder geboren
werden. Ich habe letztens einen gesehen und der war "sooo" hübsch, weil er aussah wie du Kerstin.
4 Kerzen (Herkunft unbekannt)
Vier Kerzen brannten am Adventkranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: "Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts mehr wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne." Ein Luftzug ging durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und sehr traurig meldete sich nun auch die dritte Kerze zu Wort. "Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen." Mit einen letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind ins Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: "Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" Fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: "Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung."
Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen wieder an.